Wozu sechs Jahre Grundschule? Schulleitung und Lehrerinnen der Marie sagten beim Tag der Offenen Tür warum.
Die komissarische Schulleiterin Marion Ossowski erklärte mit den Fachleiterinnen der Oberstufe an der Marie, dass es Sinn macht sein Kind sechs Jahre an der Grundschule zu lassen.
Die Deutschlehrerin Fleischer sagte, dass die Gymnasien positive Rückmeldungen geben über die SchülerInnen, die von der Marie kommen. In Deutsch werde immer mehr Wert auf Methodentrainings und Projekte gelegt werde. Das sind Lehr- und Lernformen, die an den Gymnasien kaum Anwendung fänden, weil dort der Druck auf die Schüler sehr hoch sei – gerade wegen des achtjährigen Turbogymnasiums.
Fleischer und Osswoski kündigten an, dass es mehr fachübergreifende Projekt geben solle.
Die Mathemariklehrerin Sabine Weiche sah es als großen Vorteil, dass der soziale Kontext einer Klasse gewahrt werde und dies den Schülern große Vorteile bringe. „Ich habe ein paar Schüler, die sich sehr gut entwickelt haben, weil sie sich sicher fühlen in ihrer Klasse“, sagte Weiche. Solche Entwicklungssprünge seien auch auf den Zusammenhalt zurückzuführen.
Die Naturwissenschaftslehrerin Christiane Garbotz sagte, ihr sei es daran gelegen, die Faszination für Wissenschaft zu wecken. „NaWi muss Spaß machen – das ist mein Ziel“. Garborz berichtete aber auch als Mutter. Ihre Tochter sei selbst in der Grundschule – und finde dort die Geborgenheit, die sie an einem Gymnasium wahrscheinlich nicht haben würde.
Allerdings gibt es derzeit noch andere Gründe, sein Kind nicht zu früh auf weiterführende Schulen zu geben: Ab 2010 werden die Oberschulen neu geordnet. Die Umgestaltung hat ein positives Ziel – von jeder Schulform aus soll künftig das Abi möglich sein. Allerdings müssen sich die neuen Sekundarschulen teilweise erst in Fusionen zurecht finden, die neuen individuellen Lernformen müssen erst geübt werden. Da weiß man an der Grundschule sein Kind wahrscheinlich in sicherer Umgebung. Und in zwei Jahren weiß man mehr darüber, wie die Reform sich entwickelt hat.