Die Etern der Friedrichshainer Thalia-Grundschule wollen das Übergangsproblem auf ihre Art lösen. Sie fordern, den strengen Grundschulen einen Notenbonus zu geben. Sonst würden die Kinder ihrer Schule gegenüber laschen Grundschulen benachteiligt.
Die GEV-Vorsitzende sagte auf Nachfrage der elternvondermarie, dass sie seit eineinhalb Jahren alles versuchten, um die Schule von ihrer harten Notenvergebung abzubringen. Erfolglos. “Wir finden, dass so strenge Noten, wie sie unsere Kinder gerade erdulden müssen, absolut kontraproduktiv sind und den Spaß am Lernen vermiesen.”
Und deswegen beglückt die Elternschaft nun ganz Berlin mit Klagen und zentralen Notenrastern.
Seht die Dokumentation selbst:
Eilig: Noten an Berliner Grundschulen widersprechen dem Gleichheitsgrundsatz – Eltern bereiten Klage vor
Sehr geehrter Herr Dr. Zöllner, 6.Januar 2011
als Gesamtelternvertreterin der Thalia Grundschule in Friedrichshain wende ich mich heute in einer sehr dringenden Angelegenheit Hilfe suchend an Sie:
Im Land Berlin kann jede Grundschule über ihre Fach- und Gesamtkonferenzen die Benotung bei Klassenarbeiten eigenständig festlegen. In Brandenburg zum Beispiel ist die Benotung durch eine Verordnung fest gelegt. Bislang hat das uns Eltern nicht weiter gestört. Jetzt aber, durch das geänderte Schulgesetz, bekommt diese Regelung eine neue Brisanz.
100 von 196 Oberschulen wählen in wenigen Tagen ihre zukünftigen Siebtklässler ausschließlich nach deren Grundschulnoten aus, 14 weitere nach Noten und Tests. Diese Zensuren der Berliner Grundschüler sind aber nicht vergleichbar, da, s.o., völlig unterschiedliche Kriterien gelten.
Nach unseren Recherchen werden zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler der Thalia Grundschule im Vergleich zu anderen Kindern unseres Bezirkes extrem streng benotet.
100 % Note 1
99-90% Note 2
89-70% Note 3
69-50% Note 4
49-30% Note 5
ab 29% Note 6
In anderen Grundschulen bekommen Kinder z.B. noch bis 80% eine Zwei, bis 60% eine Drei.
Die Durchschnittsnote der Förderprognose der Thalia-Kinder ist deshalb teilweise um 0,5 Punkte schlechter als die anderer Schüler. Verschärfend kommt hinzu, dass im Sommer ein anderthalbfacher Jahrgang auf die Oberschulen drängt. Nach Auskunft der umliegenden Einrichtungen in Friedrichshain werden für diese Schülermassen jedoch kaum zusätzliche Klassen eingerichtet. Dadurch sind die Chancen unserer Kinder, einen Platz auf einer begehrten Schule zu bekommen, noch einmal geringer als die anderer SchülerInnen.
In den letzten anderthalb Jahren haben wir Elternvertreter deshalb wiederholt und heftig mit unserem Kollegium in allen Gremien gerungen. Wir wollten das Problem direkt und verbindlich mit den Betroffenen lösen. Leider hatten wir dabei nur mäßigen Erfolg.
Einzelne Eltern bereiten nun eine Klage auf Feststellung der Gleichwertigkeit verschiedener Benotungsmaßstäbe bei Grundschülern vor.
Bevor es so weit kommt, wenden wir uns noch einmal an Sie:
Wie können Sie uns garantieren, dass unsere Kinder beim Zugang zu den Oberschulen gleich behandelt werden wie Kinder aus anderen Berliner Grundschulen mit anderem Benotungsmaßstab?
Wir Elternvertreter könnten uns zum Beispiel vorstellen, dass die Noten der Grundschüler mit einer Gewichtung versehen werden, je nachdem wie streng diese Schulen benoten. So einen Faktor gibt es z.B. bei Abiturnoten aus den verschiedenen Bundesländern, wenn es um die Vergabe von Studienplätzen geht.
Wie Ihre Sprecherin Beate Stoffers gegenüber der Berliner Zeitung bestätigt hat, wird die Sekundarstufe-I-Verordnung in Kürze geändert (Geschwisterkinder sollen nicht mehr zu den Härtefällen zählen). In diesem Zusammenhang wäre doch auch sicherlich eine Änderung in Sachen Durchschnittsnote der Förderprognose möglich.
Über eine baldige Rückantwort würde ich mich sehr freuen. Natürlich stehen wir Elternvertreter auch jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.
Mit erwartungsvollen Grüßen
Svenja Pelzel
- Gesamtelternvertreterin -