1) Feuer und Eis für die Eltern
„Der Gruseleffekt ist natürlich größer, wenn die Augen nicht so hell brennen“, sagte Tim Findig. Er meinte das Gespenst, das Kinder und Eltern am Montag in der Marie bastelten. Die Kinder zeigten Vätern und Müttern ihre Lieblingsexperimente – und eine kleine Vorschau auf den neuen Kurs „Experimentieren für Kinder“.
Am kommenden Dienstag, 29. September, stellt der Vater von Tim Findig, Marc Nielsch, die Kurse in der Aula der Schule vor. (18:30 Uhr)
Ranking der Lieblingsversuche: heiß und kalt und gruselig.
Als erstes machen die Kinder Eis – ohne Kühltruhe oder Eisfach. Nur mit ein paar Eiswürfeln in einer Schale schaffen sie es, Milch in Vanille- und Schokoeis zu frieren.
Der Trickt taugt auch für Grillparties: Indem man normales Kochsalz auf die Eiswürfel gibt und das ganze wässert. Das Salz verflüssigt sich dann – braucht dazu aber Energie bzw. Wärme. Diese Wärme entzieht das Salz-Wasser-Gemisch den Eiswürfeln, die auf diese Weise länger kalt bleiben.
Auf Platz 2 der Lieblingsversuche waren die Gespenster. (Foto: Marc Nielsch)
Die Augen der Gespenster sind glimmende Glühlampen. Bei den bald anlaufenden Experimenten des neuen Schuljahres werden die Augen noch gruseliger. Wie, das wird nicht verraten.
Der dritte Versuch war eigentlich für die Kinder der aufregendste – und für die Eltern sowieso. Im Klassenzimmer brannte Feuer auf allen Tischen. In kleinen Feuertöpfchen loderte Sand und heraus wuchs ein schwarzer Wurm. Der entstand aus Emser Pastillen. Wie das genau funktioniert, hat der Berichterstatter nicht verstanden.
Bei den Schlangen des Pharao verbrennt der Puderzucker der Tabletten (das schwarze Zeug) und wird durch das heiße Backpulver der Tabletten (zweiter Zusatz) wurmartig aufgepustet, wie beim Kuchenbacken. Die Fortgeschrittenen machen dann dieses Jahr armlange und armdicke Schlangen – alles ein bischen größer – und noch viel mehr.
Die Fortgeschrittenenkurse sind am Montag um 15:15 und um 16:30 Uhr. Einen Anfängerkurs gibt es auch. Interessenten bitte mail an:
marc.nielsch@entdecke-die-welt-mit-tim-findig.de
2) Sechs Beine = ein Insekt
„Manche Kinder fragen: Was ist das Experiment?“, erzählte Tim Findig, der Leiter des Forscherclubs der Grundschule an der Marie. „Heute sind die Tiere das Experiment. Wir werden sie genau beobachten und ihre Beine zählen .“
Wer gedacht hätte, dass man da genau hinsehen muss, um bei den kleinen Tierchen die Beine zu zählen, hatte sich getäuscht. Die Insekten von Tim Findig waren so groß, dass mancher Vater vorzeitig die gruselige Vorstellung in Raum 208 verließ. Zum Beispiel wegen der Gottesanbeterin, einer Fangheuschrecke. Oder wegen der malayischen Riesen-Gespenst-Schrecke. Und anderer Schrecken.
„Es ist immer so, dass man ein bisschen überzieht“, entschuldigt sich Marc Nielsch bei den Eltern, die heute mir ins Forscherlabor dürfen. Nun ja, normalerweise ist das ja nicht so bei Schulstunden. Nielsch ist das Alter Ego von Tim Findig, der kleinen Figur, welche die Kleinen Forscher immer durch die Experimente führt. Heute hat Tim Pause – Marc stellt selbst die kleinen und großen Insekten vor. Ihr Definition lautet: Was sechse Beine hat ist – ein Insekt. Oder,wie Nielsch anfügt, „ein Tausendfüßler, der ein paar Beinchen verloren hat.“
Und dann krabbeln sie nach der Reihe über den Tisch. Der afrikanische Laufkäfer ist schneller auf Lennarts Hand, als der sich das wünschen konnte. Auch ein Riesenkäfer macht sich auf den Weg – wobie der noch putzig ist im Vergeich zu dem Herkuleskäfer, der ungefähr so groß wie ein Marsriegel werden kann.
Aber das sind ja alles kleine Tierchen im Vergleich zu den Stabschrecken, die gleich grazil auf den Händen der Kinder entlang wandern. Nicht alle nehmen die Viecher in die Hand. Aber Nelly und Lennart zum Beispiel haben keine Mühe, die Tiere über den Handrücken wandern zu lassen. Lennart wird später mit einer Vogelspinne auf dem Kopf da stehen – gut, dass seine Mutter das nicht sehen kann.
„Jetzt kommen wir zu den Räubern“. Dazu gehört die Gottesanbeterin, ein Insekt so groß wie eine Kinderhand. Es sieht aus wie Blatt. Säße es in der Küche auf dem Tisch, dächte man wahrscheinlich , dass der Wind da was hereingepustet hätte.
Eine Woche später zeigt Marc übrigens Schlangen in der Grundschule an der Marie. cif



